Glossar

A

Acrylglas (PMMA)

Acrylglas (PMMA) ist ein transparenter, thermoplastischer Kunststoff, der als leichter, bruchsicherer Ersatz für herkömmliches Glas eingesetzt wird.

Acrylglas biegen / Warmverformen

Acrylglas biegen / Warmverformen bezeichnet die plastische Verformung von Acrylglas (PMMA) durch Erwärmung. Das Material wird so geformt, dass es komplexe Kurven, Rundungen oder individuelle Designs erhält, ohne zu brechen.

Acrylglas polieren

Acrylglas polieren ist die Nachbearbeitung von Schnitt- oder beschädigten Kanten, um glatte, glänzende Oberflächen zu erhalten. Es ist ein wichtiger Arbeitsschritt nach Acrylglas schneiden.

Acrylglas schneiden

Acrylglas schneiden bezeichnet die Bearbeitung von Acrylplatten mit Werkzeugen wie Kreissäge, Stichsäge, Laser oder CNC-Maschinen. Es ist eine der wichtigsten Verarbeitungstechniken für Acrylglas (PMMA).

Antistatische Beschichtung

Eine antistatische Beschichtung ist eine spezielle Oberflächenbehandlung für Kunststoffe wie PMMA (Acrylglas), welche die elektrische Leitfähigkeit der Oberfläche gezielt erhöht.

Aufsetzkranz

Der Aufsetzkranz bildet das statische und thermische Fundament einer Lichtkuppel. Er ist das Bauteil, das direkt auf die Dachöffnung montiert wird und die Lichtkuppelhaube trägt. Seine Hauptaufgaben sind ...

Ausdehnungskoeffizient

Der Ausdehnungskoeffizient (genauer: der lineare Wärmeausdehnungskoeffizient α) beschreibt, wie stark sich ein Material bei Temperaturveränderungen ausdehnt oder zusammenzieht.

B

Brandverhalten von Kunststoffen

Das Brandverhalten von Kunststoffen beschreibt, wie Materialien auf Feuer reagieren: Brennbarkeit, Rauchentwicklung und Tropfenbildung. Für Kunststoffe wie Acrylglas (PMMA) und Polycarbonat (PC) ist dies entscheidend, insbesondere bei Lichtkuppeln und Fassadenanwendungen.

C

Chemischer Aufbau von Acrylglas (PMMA-Struktur)

Die Chemie von Acrylglas basiert auf dem Makromolekül Polymethylmethacrylat (PMMA). Es handelt sich um ein synthetisches Polymer, das durch die Kettenpolymerisation des Monomers Methylmethacrylat (MMA) entsteht.

D

Diamantpolieren

Das Diamantpolieren ist ein hochpräzises, spanabhebendes mechanisches Verfahren zur industriellen Endbearbeitung von Acrylglaskanten. Dabei rotieren speziell geschliffene Natur- oder Industriediamanten mit extrem hoher Geschwindigkeit von bis zu 20.000 U/min über die zuvor gesägte oder gefräste Kante.

Diffusionsklebung

Die Diffusionsklebung (oft auch als Quellschweißung bezeichnet) ist ein spezialisiertes Fügeverfahren für Thermoplaste wie PMMA (Acrylglas). Im Gegensatz zu klassischen Klebstoffen, die eine zusätzliche Schicht als Fremdkörper zwischen den Bauteilen bilden, basiert dieses Verfahren auf einem chemischen Prozess.

DIN 4102 – Brandverhalten von Baustoffen

DIN 4102 ist eine deutsche Norm, die das Brandverhalten von Baustoffen, einschließlich Kunststoffen wie Acrylglas (PMMA) und Polycarbonat (PC), klassifiziert. Sie unterscheidet brennbare und schwer entflammbare Materialien und legt Prüfverfahren fest.

DIN EN ISO 7823 – Qualität von Acrylglasplatten

DIN EN ISO 7823 ist die internationale Norm für gegossene und extrudierte Acrylglasplatten (Acrylglas (PMMA)). Sie legt Anforderungen an Maßhaltigkeit, Ebenheit, Lichtdurchlässigkeit und Oberflächenqualität fest.

G

g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad)

Der g-Wert beschreibt die Durchlässigkeit eines transparenten Bauteils, wie einer Lichtkuppel, für Sonnenenergie. Er gibt präzise an, wie viel Prozent der im Außenbereich auftreffenden Sonnenstrahlung durch die Verglasung in das Gebäudeinnere gelangt.

I

Isolierwirkung bei Acrylglas

Isolierwirkung bei Acrylglas beschreibt die Fähigkeit von mehrschichtigen Acrylplatten, Wärmeverlust zu reduzieren und Energieeffizienz zu steigern. Besonders relevant bei Lichtkuppeln und Oberlichtern.

K

Kaltbiegen

Das Kaltbiegen (oft auch als Kaltabkanten oder Kaltverformen bezeichnet) beschreibt die rein mechanische Verformung von PMMA-Platten bei Raumtemperatur, ohne dass externe Wärme zugeführt wird.

Kunststoffe im Bauwesen

Kunststoffe im Bauwesen sind Materialien, die als Ersatz oder Ergänzung zu traditionellen Baustoffen wie Glas, Holz oder Metall eingesetzt werden. Dazu gehören Acrylglas (PMMA), Polycarbonat (PC), PVC, PET und weitere thermoplastische Werkstoffe. Sie sind leicht, formbar und oft transparent, wodurch sie insbesondere für Tageslichtsysteme interessant sind.

Kunststoffplatten extrudiert vs. gegossen

Kunststoffplatten extrudiert vs. gegossen beschreibt die Herstellungsverfahren von Acrylglas (PMMA). Gegossene Platten haben höhere optische Qualität, extrudierte Platten eignen sich für Standardanwendungen.

L

Laserschneiden

Das Laserschneiden ist ein hochmodernes thermisches Trennverfahren, bei dem ein fokussierter Laserstrahl (in der Regel ein CO2-Laser) das PMMA entlang einer programmierten Kontur präzise aufschmilzt und verdampft.

Lichtdurchlässigkeit

Lichtdurchlässigkeit beschreibt den Anteil des Lichts, der durch ein Material hindurchgeht. Sie ist ein zentrales Merkmal für Acrylglas (PMMA), Plexiglas® und Polycarbonat (PC). Besonders relevant für Tageslichtsysteme, Lichtkuppeln und Oberlichter.

Lichtkuppel

Lichtkuppeln sind transparente oder transluzente Konstruktionen auf Dächern, die Tageslicht in Innenräume leiten. Sie bestehen meist aus Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC) und werden sowohl in Industrie- als auch Wohngebäuden eingesetzt.

Lichtleitertechnik

Die Lichtleitertechnik nutzt die physikalische Eigenschaft der Totalreflexion, um Licht gezielt von einer Lichtquelle (meist LEDs) durch ein transparentes Medium zu transportieren und an gewünschten Stellen auszukoppeln.

Lichtstreuung durch Acrylglas

Lichtstreuung durch Acrylglas beschreibt die Fähigkeit von Acrylglas (PMMA), Licht gleichmäßig zu verteilen, um Blendung und Schattenbildung zu reduzieren.

Lichttransmissionsgrad

Der Lichttransmissionsgrad (Symbol: τ oder τD) gibt das Verhältnis des durch einen transparenten Körper hindurchtretenden Lichtstroms zum auffallenden Lichtstrom an.

M

Mehrschalige Lichtkuppeln

Mehrschalige Lichtkuppeln bestehen aus mehreren Schichten von Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC), teilweise mit Luftzwischenräumen, um Wärmedämmung und Stabilität zu erhöhen.

Molekulargewicht

Das Molekulargewicht (oder die Molmasse) beschreibt die Summe der Atommassen aller Atome, aus denen ein Molekül besteht. Bei Kunststoffen wie PMMA (Acrylglas) ist dieser Wert ein direktes Maß für die Länge der einzelnen Polymerketten.

O

Oberlichter

Oberlichter sind transparente oder transluzente Bauelemente in Dachkonstruktionen, die Tageslicht in Innenräume einleiten. Sie bestehen meist aus Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC) und werden sowohl im Wohnbau als auch in Industriegebäuden eingesetzt.

P

Plexiglas®

Plexiglas® ist der Markenname für Acrylglas des Herstellers Röhm GmbH. Es handelt sich chemisch um Polymethylmethacrylat (PMMA) und ist ein klarer, transparenter Kunststoff. Im Sprachgebrauch wird Plexiglas® oft synonym mit Acrylglas (PMMA) verwendet. Es wird in Architektur, Innenausbau, Design, Möbelbau und für Lichtkuppeln eingesetzt.

PMMA (Polymethylmethacrylat)

PMMA ist die Abkürzung für Polymethylmethacrylat. Dabei handelt es sich um einen synthetischen, thermoplastischen Kunststoff, der durch die Polymerisation von Methylmethacrylat (MMA) gewonnen wird. In der Umgangssprache sowie im Fachhandwerk ist PMMA unter dem Markennamen Acrylglas bekannt.

Polycarbonat (PC)

Polycarbonat (PC) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der als Alternative zu Acrylglas (PMMA) eingesetzt wird. Es ist besonders schlagzäh, transparent und eignet sich für Sicherheitsanwendungen oder Bereiche mit hoher mechanischer Beanspruchung. Polycarbonat wird im Bauwesen, im Innenausbau und für Lichtkuppeln eingesetzt.

R

Recycling / Kreislaufwirtschaft

Unter Recycling und Kreislaufwirtschaft versteht man im Kontext von PMMA (Acrylglas) die Rückführung von Produktionsabfällen und Altmaterialien in den Produktionsprozess. Acrylglas nimmt hier eine Sonderstellung unter den Kunststoffen ein: Es ist einer der wenigen Thermoplaste, die sich ohne nennenswerten Qualitätsverlust chemisch in ihre ursprünglichen Ausgangsstoffe zerlegen lassen.

S

Satinierung

Die Satinierung bezeichnet eine spezielle Oberflächenveredelung von PMMA (Acrylglas), die dem Material eine matte, samtartige Optik verleiht. Im Gegensatz zu herkömmlichem, hochglänzendem Acrylglas ist satiniertes Material zwar lichtdurchlässig, aber blickdicht (transluzent).

Schalldämmung bei Tageslichtsystemen

Schalldämmung bei Tageslichtsystemen beschreibt die Fähigkeit von Lichtkuppeln, Oberlichtern und mehrschichtigen Acryl- oder Polycarbonatplatten, Lärm von außen zu reduzieren.

Schlagzäh-Modifizierung

Die Schlagzäh-Modifizierung ist ein Veredelungsverfahren, bei dem die Molekülstruktur von PMMA (Acrylglas) durch die Zugabe von speziellen Schlagzäh-Modifikatoren verändert wird. Hierbei kommen meist Elastomere oder Acrylat-Kautschuke zum Einsatz, die als winzige „Stoßdämpfer“ in die Polymermatrix eingebettet werden.

Schlagzähigkeit

Schlagzähigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Materials, plötzliche mechanische Belastungen oder Stöße zu absorbieren, ohne zu brechen. In der Kunststoffverarbeitung ist sie ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für Materialien wie Polycarbonat (PC) oder Acrylglas (PMMA). Besonders im Bauwesen, bei Lichtkuppeln oder Schutzverglasungen spielt die Schlagzähigkeit eine zentrale Rolle.

Spannungsrisse (Crazing)

Spannungsrisse (in der Fachwelt oft als „Crazing“ bezeichnet) sind feine Rissbildungen an der Oberfläche oder im Inneren von Kunststoffen wie PMMA (Acrylglas). Sie entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel von mechanischen Zugspannungen oder internen Materialspannungen und äußeren chemischen Einflüssen.

T

Tageslichtausbeute

Tageslichtausbeute beschreibt die Effizienz, mit der Tageslicht in Innenräume gelangt. Materialien wie Acrylglas (PMMA) oder Lichtkuppeln erhöhen die Helligkeit und reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.

Tageslichtlenkung

Tageslichtlenkung beschreibt die gezielte Steuerung des natürlichen Lichts durch Lichtkuppeln oder Oberlichter, um Räume gleichmäßig zu beleuchten.

Tempern

Tempern bezeichnet die gezielte und kontrollierte Wärmebehandlung von Kunststoffen, insbesondere von PMMA (Acrylglas), über einen längeren Zeitraum. Ziel dieses thermischen Prozesses ist es, interne Materialspannungen abzubauen, die zwangsläufig während der Herstellung oder durch mechanische Bearbeitungsverfahren wie Sägen, Bohren, Fräsen oder Laserschneiden entstehen.

Thermoplastische Kunststoffe

Thermoplastische Kunststoffe sind Kunststoffe, die beim Erwärmen formbar und beim Abkühlen wieder fest werden. Beispiele: Acrylglas (PMMA), Polycarbonat (PC).

Transparente Kunststoffe

Transparente Kunststoffe sind lichtdurchlässige thermoplastische Werkstoffe, die Glas ersetzen oder ergänzen können. Typische Vertreter sind Acrylglas (PMMA) und Polycarbonat (PC). Sie werden in Architektur, Innenausbau und Industrie häufig eingesetzt.

U

U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

Der U-Wert (Einheit: W/(m²·K)) gibt an, wie viel Wärmeenergie pro Zeiteinheit durch eine Fläche von einem Quadratmeter fließt, wenn zwischen der Innen- und Außenseite ein Temperaturunterschied von einem Kelvin (bzw. einem Grad Celsius) besteht.

UV-Beständigkeit

UV-Beständigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Materials, den Einfluss von UV-Strahlung zu widerstehen, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Besonders relevant für Acrylglas (PMMA), Plexiglas® und Polycarbonat (PC). UV-beständige Materialien vergilben nicht, werden nicht spröde und behalten ihre Transparenz.

UV-Folien und Beschichtungen

UV-Folien und Beschichtungen schützen Acrylglas (PMMA) und Polycarbonat (PC) vor Vergilbung, Materialalterung und Leistungsverlust durch Sonneneinstrahlung.

UV-Undurchlässigkeit

Die UV-Undurchlässigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Materials, ultraviolette Strahlung im Wellenlängenbereich von ca. 100 bis 400 nm effektiv zu absorbieren oder zu reflektieren, anstatt sie hindurchzulassen.

V

Verglasung von Lichtkuppeln

Verglasung von Lichtkuppeln beschreibt die Verwendung von transparenten Materialien wie Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC) als Abdeckung auf Dächern, um Tageslicht einzuleiten und Schutz vor Witterung zu bieten.

Vordächer aus Acrylglas

Vordächer aus Acrylglas sind transparente Überdachungen aus Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC), die Eingangsbereiche, Terrassen oder Balkone schützen und gleichzeitig Tageslicht durchlassen.

W

Wärmedämmung bei Acrylglas

Wärmedämmung bei Acrylglas beschreibt die Fähigkeit, Wärmeverluste durch Oberlichter, Lichtkuppeln oder Fassaden zu minimieren. Hochwertige Acrylplatten verbessern die Energieeffizienz von Gebäuden.

Warmumformung

Die Warmumformung (auch als Thermoformung bezeichnet) ist ein thermisches Veredelungsverfahren, bei dem PMMA (Acrylglas) durch gezielte Wärmezufuhr in einen gummielastischen Zustand versetzt wird. Nach dem Erreichen der materialspezifischen Umformtemperatur lässt sich das Acrylglas präzise biegen, ziehen oder blasen.

Wartung von Lichtkuppeln

Wartung von Lichtkuppeln beschreibt regelmäßige Inspektion, Reinigung und Pflege von Lichtkuppeln aus Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC), um Funktion und Langlebigkeit zu erhalten.

Witterungsbeständigkeit von Kunststoffen

Witterungsbeständigkeit beschreibt die Fähigkeit von Materialien wie Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC), Regen, Sonne, Wind, Frost und Temperaturwechsel langfristig zu widerstehen.
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