UV-Undurchlässigkeit

Definition

Die UV-Undurchlässigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Materials, ultraviolette Strahlung im Wellenlängenbereich von ca. 100 bis 400 nm effektiv zu absorbieren oder zu reflektieren, anstatt sie hindurchzulassen.

Während Standard-Acrylglas bereits von Natur aus einen Großteil der schädlichen UV-B-Strahlung filtert, wird durch den gezielten Einsatz spezieller Additive bei der Herstellung eine nahezu vollständige UV-Undurchlässigkeit im gesamten UV-Spektrum erreicht. Diese Barriere ist essenziell, um dahinterliegende Objekte zuverlässig vor dem gefürchteten Ausbleichen und einer irreversiblen Materialzersetzung durch photochemische Prozesse zu schützen.

Eigenschaften

UV-undurchlässiges Acrylglas, in der Fachwelt oft als „UV-Schutzglas“ oder „Galerieglas“ bezeichnet, vereint höchste optische Brillanz mit einer physikalischen Schutzfunktion. Die Besonderheit liegt in der Kombination aus maximaler Filterleistung und dauerhafter Materialstabilität, die auch unter extremer Sonneneinstrahlung nicht nachlässt:

  • Absorptionsrate: Hochwertige UV-Schutz-Platten filtern bis zu 99,7 % der schädlichen UV-Strahlung im kritischen Bereich bis 400 nm.
  • Farbtreue: Trotz des hocheffektiven UV-Filters bleibt das Material selbst glasklar und farbneutral, wodurch die Ästhetik und Farbwirkung geschützter Exponate nicht verfälscht wird.
  • Eigenschutz: Das PMMA-Basismaterial ist extrem UV-stabil. Es vergilbt nicht, wird nicht spröde und behält über Jahrzehnte seine mechanischen und optischen Eigenschaften.
  • Optische Reinheit: Im Gegensatz zu laminierten Glassystemen gibt es beim UV-Schutz-Acrylglas keine störenden Folienschichten oder Trübungen im Materialgefüge.

Anwendung

Überall dort, wo Licht als schädigender Faktor ausgeschlossen werden muss, ist eine hohe UV-Undurchlässigkeit technisch zwingend erforderlich. Besonders in Bereichen, in denen organische Pigmente oder empfindliche Oberflächen dem Tageslicht ausgesetzt sind, bildet UV-Schutz-Acrylglas die wichtigste Schutzbarriere:

  • Museen & Galerien: Konservatorische Verglasung von wertvollen Gemälden, antiken Dokumenten und empfindlichen Exponaten zur Vermeidung von Ausbleichungen.
  • Bilderrahmen: Hochwertige Einrahmungen für Fotografien und Kunstwerke im privaten sowie professionellen Kunstmarkt.
  • Schaufensterbau: Schutz von hochwertigen Waren wie Textilien, Leder oder Papier vor der aggressiven, ausbleichenden Wirkung der direkten Sonneneinstrahlung.
  • Lichtkuppeln & Dachverglasungen: Schutz von Innenräumen, Textilien und Bodenbelägen in modernen Gebäuden mit großflächigen Tageslichtöffnungen.

Normen & Standards

Die Bewertung der UV-Blockade erfolgt nach strengen optischen Messverfahren, die sicherstellen, dass das Material den Anforderungen des Objektschutzes gerecht wird. Diese Standards geben Planern und Kuratoren die nötige Sicherheit bei der Auswahl der geeigneten Verglasung:

  • DIN EN 410: Das maßgebliche Verfahren zur Bestimmung der lichttechnischen und strahlungsphysikalischen Kenndaten von Verglasungen im Bauwesen.
  • Transmissionskurven: Hersteller stellen präzise Diagramme bereit, die den exakten Kantenverlauf zeigen – also die Wellenlänge (nm), bei der die Blockade der Strahlung beginnt.
  • Museumsstandard: Für hochwertige konservatorische Rahmungen wird heute international ein UV-Schutz von mindestens 97 % im gesamten Bereich bis 400 nm gefordert.
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