Lichttransmissionsgrad

Definition

Der Lichttransmissionsgrad (Symbol: τ oder τD) gibt das Verhältnis des durch einen transparenten Körper hindurchtretenden Lichtstroms zum auffallenden Lichtstrom an.

Einfach ausgedrückt: Er beschreibt in Prozent, wie viel sichtbares Licht ein Material tatsächlich durchlässt. Für PMMA (Acrylglas) ist dieser Wert eine der wichtigsten Kenngrößen, da er die außergewöhnliche optische Reinheit und die Effizienz des Materials im Vergleich zu anderen Kunststoffen oder Mineralglas definiert.

Eigenschaften

PMMA setzt in puncto Lichtdurchlässigkeit den weltweiten Industriestandard für Kunststoffe. Seine physikalische Struktur ermöglicht eine Klarheit, die selbst die von hochwertigem Glas übertrifft, da materialtypische Absorptionen im sichtbaren Bereich fast vollständig fehlen:

  • Maximale Transparenz: Farbloses PMMA erreicht einen Lichttransmissionsgrad von ca. 92 %. Die verbleibenden 8 % gehen nicht durch Trübung verloren, sondern durch physikalisch bedingte Reflexion an den Grenzflächen (Vorder- und Rückseite).
  • Farbechtheit: Im Gegensatz zu herkömmlichem Mineralglas, das oft einen Grünstich aufweist, ist PMMA vollkommen farbneutral. Die Transmission bleibt über das gesamte sichtbare Spektrum konstant, was eine unverfälschte Durchsicht garantiert.
  • UV-Transmission: Standard-PMMA lässt im Gegensatz zu Fensterglas einen Teil des UV-Lichts passieren, was besonders in Gewächshäusern (Pflanzenwachstum) vorteilhaft ist. Für Anwendungen mit Objektschutz gibt es spezielle „UV-Stop“-Varianten.
  • Dickenunabhängigkeit: Bemerkenswert ist, dass selbst bei extremen Materialstärken (z. B. 100 mm dicke Blöcke) die Transmission bei PMMA nahezu unverändert hoch bleibt, während herkömmliches Glas mit zunehmender Dicke deutlich dunkler und grüner wird.

Anwendung

Aufgrund des unerreicht hohen Lichttransmissionsgrads ist PMMA die erste Wahl für alle Anwendungen, bei denen Lichtausbeute, Energieeffizienz und ästhetische Brillanz im Fokus stehen:

  • Lichtkuppeln & Tageslichtsysteme: Maximierung des natürlichen Lichteinfalls in Gebäuden zur signifikanten Einsparung von Energiekosten für künstliche Beleuchtung.
  • Displaytechnik & Monitore: Verwendung als hochtransparente, gewichtssparende Abdeckungen für Bildschirme, Werbedisplays und Smartphones.
  • Lichtleiter & Glasfaseroptik: Effiziente Weiterleitung von Lichtsignalen über weite Strecken durch das Prinzip der Totalreflexion an den Grenzflächen.
  • Museumsbau: Hochwertige Verglasung von Exponaten, bei denen eine absolut naturgetreue Farbwiedergabe ohne Eigenfärbung des Schutzmaterials gefordert ist.

Normen & Standards

Um die Transparenzwerte international vergleichbar zu machen, erfolgt die Messung des Transmissionsgrads nach exakt festgelegten optischen Verfahren unter definierten Lichtbedingungen:

  • DIN EN ISO 13468-1/2: Das maßgebliche Verfahren zur Bestimmung des totalen Lichttransmissionsgrads von transparenten Materialien.
  • DIN 5036: Deutsche Norm zur Beschreibung der strahlungsphysikalischen und lichttechnischen Eigenschaften von Werkstoffen.
  • Lichtart D65: Messungen beziehen sich in der Regel auf das Normlicht D65, welches mittlerem Tageslicht entspricht. Dies stellt sicher, dass die Prozentangaben die reale Nutzungssituation widerspiegeln.
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