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Interview mit Ortwin Lempert, Senior Geschäftsführer der Hans Börner GmbH & Co. KG

1. Herr Lempert, 75 Jahre Firmenjubiläum der Hans Börner GmbH. Und davon sind Sie seit 52! Jahren Geschäftsführer. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Als Familienbetrieb leben wir die Werte Ehrlichkeit und Fairness für unsere Mitarbeiter genauso wie für unsere Kunden und Lieferanten. Wir handeln entsprechend und das bewährt sich bei allen gleichermaßen. Dies gilt auch für den persönlichen Kontakt. Diesen pflegen wir mit den Mitarbeitern untereinander genauso wie mit den Kunden und Lieferanten.

2. Welchen Veränderungen mussten Sie sich bei der Hans Börner GmbH stellen?

Im Laufe der vielen Jahre gab es natürlich eine ganze Menge an Veränderungen. Eine ganz besondere Herausforderung war der Firmenumzug in Nauheim in die Rudolf-Dieselstraße. Hier wurde im Nichts alles neu gebaut. Und natürlich die Änderung der Geschäftsprozesse. Früher wurden Verträge mit Handschlag geschlossen. Heute sind Verträge komplexe Werke. Besonders belastet die erdrückende Anzahl von nutzlosen Vorschriften.

3. Was war die größte Herausforderung?

Neben dem bereits genannten Neubau und Umzug die Unternehmensnachfolge. Wissen Sie, 75 % Prozent der Mittelständler haben keine Nachfolge. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mein Sohn die Firma übernehmen wollte. Das war lange Zeit nicht klar, da er in den USA lebte und studierte. Nach Erfahrungen in anderen Unternehmen kam er zurück und hat die Geschäftsführung aus tiefsten Herzen übernommen. Er trat damit in meine und in die Fußstapfen seines Großvaters und meines Schwiegervaters Hans Börner, dem Firmengründer.

Dabei war und ist es wichtig, klare Absprachen zu treffen und als Senior nicht rein zu reden. Die klaren Verhältnisse wurden auf Papier festgehalten und es funktioniert hervorragend. Und so habe ich nun endlich auch mehr Zeit für eines mein liebstes Hobby, gemeinsam mit meiner Frau Renate Touren mit unserem englischen Roadster zu fahren.

4. Haben Sie eine lustige Anekdote für uns aus den Firmengeschichten von Börner?

Da gibt es natürlich Unzählige. Eine meiner liebsten ist eins der Erlebnisse mit dem lange verstorbenen Architekten Heinz Wilke. Er hatte seinerzeit ein großes Architekturbüro, plante unter anderem den Flughafen in Moskau und in Hannover. Eines Tages rief er mich an und sagte: „Ich war gerade in Dänemark. Und als ich da an der Autobahnraststätte auf der Toilette saß und nach oben blickte, sah ich durch diese pyramidenförmigen „Kuppeln“. In dem Moment wusste ich: Genau so etwas will ich für mein nächstes Projekt, und nicht die Ochsenaugen auf meinen Dächern“. Na klar, den Wunsch haben wir ihm erfüllt. Das war die Geburtsstunde unserer Nauheimer Pyramidenkuppel. Als wir damit anfingen, sagten viele, das kann ja gar nicht funktionieren, die reißen und was weiß ich noch welche Bedenken wurden uns vorgetragen. Nichts da, kein einziger Riss entstand. Qualität und Innovation machen schon große Freude.

5. Was bedeutet Innovation für Sie?

Auf Kundenwünsche eingehen, die Belegschaft begeistern und auch der persönliche Kontakt zwischen unseren Mitarbeitern und Kunden ist so wichtig.

Innovation bedeutet auch die stetige Anpassung unserer Produkte an den sich verändernden Markt, z. B. Maßanfertigungen nach Vorgaben der Architekten. Hinzu kommt das immer wichtigere Thema der Nachhaltigkeit.

6. Welche Empfehlung möchten Sie jungen Architekten mit auf den Weg geben?

Seid offen für neues! Verfolgt Eure eigenen Konzepte und Ideen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Lempert!

Mehr über die Firmengeschichte der Hans Börner GmbH finden Sie hier.

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